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Quelle: Kleintiernews
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Kleiner Speiseplan für

unsere Kaninchen

Die Ernährung unserer Kaninchen ist ein wichtiger Bestandteil in der Aufzucht und Lebenser­haltung. Wir können deshalb als Ergänzung neben Trockenfutter (Pellets) und Heu von Frühjahr bis Herbst vermehrt Frischfutter unseren Kaninchen reichen. Frischfutter finden wir auf den Wiesen und Fluren, sowie im Gemüse- und Kräutergarten. Auch Obst kann in kleinen Mengen - 1 x in der Woche - auf dem Speiseplan unserer kleinen Feinschmecker stehen.

 

Auf der Wiese finden wir:

Alle möglichen saftigen und schmackhaften Gräser und Halme. Man unterteilt sie in die langen Obergräser, meist wenig Blätter und viel Halm und den niedrigen, saftigen und blattreichen Untergräser.

 

Obergräser                                                  Untergräser
Wiesenschwengel                                         Wiesenrispe   

Glatthafer                                                       Rotschwingel

Knaulgras                                                      Deutsches Weidelgras

Wiesenfuchsschwanz                                   Kammgras       

Wiesenlieschgras                                        Rotes Straußgras

Weiche Trespe                                              Borstgras 

und vieles mehr. 

                              

Sie sind wichtig für den Bedarf an Rohfasern, Eiweiß und

Vitamin A.

 

Wildkräuter

Die Abgrenzung zwischen Ober- und Untergräser ist nicht starr, sondern fließend.

Dazwischen sind die Wildkräuter angesiedelt.

                          

Spitz- und Breitwegerich sind besondere Leckerbissen, und der Spitzwegerich ist dazu noch sehr vitaminreich. Er findet heute noch als Bestandteil von Hustenmitteln Verwen­dung. Die Blätter vom Spitzwegerich wirken als Tee besonders bei Verschleimung der Atemwege.

Löwenzahnblätter mit Stengel und Blüten sind reich an Eiweiß, Vitaminen, Spurenelementen und Kalzium und sehr beliebt bei unseren kleinen Freunden (lange dünne Pflanzen sind allerdings etwas nährstoffärmer. Löwenzahnblätter sind zu Beginn der Saftfütterung für die Umstellung am geeignetsten.

Luzerne und Gelbklee haben einen hohen Nährstoffgehalt und den höchsten Eiweißgehalt. Die Luzerne, aus Asien stammend, war seit der frühen Antike eine wichtige Kultur- und Futterpflanze. Sie ist besonders reich an Proteinen, Mineralien und Vitaminen. Nebenbei ist sie eine wichtige Futterpflanze für unsere Honigbienen. Vorsicht allerdings mit Rotklee! Zuviel davon verursacht Blähungen bei den Kaninchen.

Schafgarbe hat einen aromatischen Geruch. Sie hilft gegen Blähungen und bei Darmerkrankungen. Sie dient als Beifutter und ist äußerst gesund und durch den hohen Anteil von ätherischen Ölen besonders schmackhaft.

Sauerampfer ist vor allem durch seine sauren Blätter eine lockende Abwechs­lung im Speiseplan.

 

Vorsicht!

Besonders Giftig sind Roter Fingerhut, Wasserschierling, Lupinen, Mohnblumen, Raps, Ackersenf, Mutterkorn und Herbstzeitlosen !

 

Am Bachufer finden wir:

Brennessel ; sie ist besonders reich an Kalk, Eisen, Phosphor, Eiweiß und den Vitaminen C und D. Somit ist sie wertvoll für den Knochenaufbau und die Stabili­tät des Skelettes. Aber Vorsicht beim Ernten - Brennessel brennen! Brennesselheu fördert die Milchleistung säugender  Häsinnen. Als Tee ist sie auch für die äußerliche Anwendung bei Hauterkrankungen hervorragend geeignet.

Und den rauhaarigen, violett blühenden Beinwell, der bereits bei den Rittern im Altertum als vielseitige Arzneipflanze galt. Auch er darf im Futternapf nicht fehlen. Ein Tee aus den jungen Blättern ist bei Entzündungen für die innere und äußere Anwendung sehr gut geeignet.

 

Aus dem Gemüsegarten:

Möhren, Möhrenkraut, Feldsalat, Rettich­blätter, Stangensellerie, die mineralstoff­reichen Sellerieknollen, Kohlrabi und seine Blätter, Fenchel, Grün­kraut, Blätter vom Erbsenkraut und die komplette Sonnenblume sind besonders hohe Energie­spender und eine wahre “Gaumenfreude” für unsere Kaninchen.

 

Vorsicht!

Keine Kartoffelblätter und Kopfsalat, oder Kohlsorten wie Blumen-, Rosen- und Chinakohl füttern.

Besonders giftig sind Bohnen und Rhabarber!

 

Ebenso ungeeignet sind Tomaten, Gurken, Paprika oder der gleichen.

 

Aus dem Kräutergarten:

Besonders gesund für unsere Kaninchen sind Petersilie, Bohnenkraut, Dill, Beifuß, Liebstöckel und Borretsch, ebenso die Pfefferminze und Kamille.

Salbei und Baldrian helfen generell bei Verdauungs­störungen und dürfen im Kaninchenstall eigentlich nie aus gehen. Kümmel und Fenchel fördern die Fresslust, wobei Wermut gegen die Fresslust bei Überfütterung wirkt.

Bohnenkraut: Ein Tee aus Bohnenkraut hilft gegen Durchfall.

Auch die Kapuzinerkresse wird durch ihren scharfen Geschmack (könnt Ihr selbst testen) gerne von unseren Kaninchen gefressen. Sie enthält sehr viel Vitamin C und stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte.

Aus den Blüten der Ringelblume könnt Ihr Bäder und Salben für Hauterkrankungen oder Verletzungen herstellen.

 

Vom Bauern holen wir:

Hafer und Weizen in Körnern, gepresst oder gequetscht, auch als Flocken sind sie reich an Eiweiß und wirken positiv auf die Ver­dauung. Gleichzeitig schaffen sie einen besonders schönen Glanz auf dem Fell, ebenso wie Sonnenblumen­kerne, die zudem sehr viel ungesättigte Fettsäuren und Vitamine enthalten. Hafer füttere ich gerne im Frühjahr vor dem Deckakt.

Maiskörner sind ein leckerer Knabberspaß und sorgen aufgrund ihrer guten Verdaulichkeit für gesundes Wachstum.

Futterrüben ebenso wie Roterüben sind eher ein Herbst- bzw. Winterfutter, aber durch ihren hohen Wassergehalt besonders für übergewichtige Ausstellungstiere geeignet.

 

Aus dem Obstgarten:

Kaninchen sind Feinschmecker, die auch wie Ihr mal etwas Süßes schlecken oder knabbern wollen. Besonders geeignet sind Äpfel und Birnen, vielleicht auch mal eine Himbeere oder Erdbeere im Sommer.

 

Vorsicht

Zuviel Obst erzeugt Durchfall.

Zwetschgen und Wasser verursachen auch bei

euch Bauchweh.

Nie angefaulte Früchte verwenden.

 

Aber auch die frischen ungespritzten Zweige von Obstbäumen, junge Triebe von Buche, Weide und Tanne, sowie der Haselnuss sind zum knabbern hervorragend geeignet. Bei Durchfall sind Zweige der Weide ohne Blätter und Heu das Beste.

 

Zum Schluß noch einige Tipps:

 

Einmal in der Woche etwa 1 Esslöffel Sojaöl ins Futter fördert durch das enthaltende Vitamin E den gesunden Aufbau der Muskulatur und erhält durch die mehrfach ungesättigten Fettsäuren die Fruchtbarkeit.

Niemals Grünfutter am Straßenrand sammeln oder dort, wo Hunde ihr Geschäft verrichten.

Nur frisches und sauberes Grünfutter verwenden, Reste nach

etwa 1 Stunde aus dem Stall nehmen.

Öfter mal hartes Brot geben, damit die Zähne abgeschliffen werden, auch Knäckebrot ist geeignet.

Immer abwechslungsreich und in kleinen Mengen füttern. Am besten immer zur selben Tageszeit. Kaninchen sind Dämmerungsaktiv.

Besonders wichtig: Immer frisches und sauberes Wasser und ausreichend frisches Heu dem Kaninchen reichen.

Nichts sammeln oder den Tieren geben, was man nicht selbst kennt. 

 

So, liebe Clubfreunde ich hoffe, daß Ihr mit meinem kleinen Speiseplan so rich­tig auf den Geschmack gekommen seid und somit die Menükarte für unsere Kaninchen noch abwechs­lungsreicher und vielfältiger gestalten könnt. Dieser Speiseplan ist sicherlich nicht komplett und für so manchen „Alten Hasen“ vielleicht etwas langweilig.

 

Quelle: 9. Informationsbroschüre für die Freunde

der Widderzucht,

Ausgabe 2009, Verfasser Herbert Behringer 1. Vorsitzender des Widder-Club Bayern, Sektion Mittelfranken,

Daten übermittelt von Holger Kaiser,

Clubsprecher der AG der Widderzüchter.

 

Herzlichen Dank für eure Unterstützung

 

Krankheitsvorbeugung durch artgemäße Aufzucht

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